Schlagwort-Archive: Christian Wolff

klingding radio 15.1.16 • Feature: Christian Wolff • 22.-0.00 FSK93/101,4mhz, Dab+

klingding radio  Freitag 15.1. 16 • 22 – 0.00  FSK 93,0/101,4 Mhz, DAB+ oder Stream
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Feature: Christian Wolff

Interview mit Christian Wolff – zwei Tage vor der  Uraufführung von
„Where“ bei klub katarakt 11 Internationales Festival für experimentelle Musik
13. – 16.Januar 2016 – Kampnagel, Jarrestraße 20.

Die neue Komposition „Where“, von Christian Wolff
für das klub katarakt Festival 2016 geschrieben,

Er spricht über Ähnlichkeiten und Verschiedenheiten zu
„Burdocks“, ca. 40 Jahre zuvor komponiert,
das am selben Abend beim klub katarakt Festival aufgeführt wird,
welche Möglichkeiten seine Kompositionen eröffnen,
„einen Prozeß zu realisieren“,
graphische Notation und Improvisation.

Aufnahmen vom klub katarakt 11 Eröffnungsabend
mit Parts von „Where“, „Burdocks“
und zwei Solostücken von Christian Wolff.

Video Präsentation IX mit Christian Wolff 10.4.2008
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klingding • Radiosendung für aktuelle Musik
jeden 3. Freitag im Monat von 22. – 0.00 Uhr
Freies Senderkombinat Hamburg 93.0/101.4 mhz, DAB+, Stream
www.fsk-hh.org
Moderation: Heiner Metzger

Zwei Konzerte beim klub katarakt Festival 11 mit Heiner Metzger 13./16.1.2016

klub katarakt 11 13. – 16.1.2016
Kampnagel, KMH, Jarrestraße 20, 22303 Hamburg
16.1.2016 Lange Nacht:

Duo Birgit Ulher/Heiner Metzger: Improvisation
Birgit Ulher, Trompete, Radio, Objekte, Lautsprecher
Heiner Metzger, Soundtable

++++ beim Eröffnungsabend
13.1.2016     20:00 Uhr

Christian Wolff: Where (2015)
UA Auftragskomposition von klub katarakt 11
+ Christian Wolff:
Burdocks (1970/71) EA

im Ensemble mit:

Christian Wolff,Klavier

Decoder
Frauke Aulbert, Stimme
Carola Schaal, Klarinetten
Andrej Koroliov, Klavier, Keyboard
als Gast: Marcia Lemke-Kern, Stimme

decoder-ensemble.de

katarakt Allstars

Ernst Bechert, Posaune Bernhard Fograscher, Keyboard, Klavier Arturo Grolimund, Flöte Stefan Köttgen, Violine, Viola Thomas Leboeg, Elektronik, Keyboard klubkatarakt.net

Nelly Boyd
Robert Engelbrecht, E-Gitarre, Objekte
Jan Feddersen, Klavier, Keyboard, Percussion
als Gäste: Moxi Beidenegl, Stimme, E-Gitarre, Elektronik
Johann Popp, Schlagzeug, E-Gitarre
Stephan Marc Schneider, E-Gitarre

nellyboyd.org

TonArt

Georgia Hoppe, Klarinette
Daria-Karmina Iossifova, Klavier, Keyboard
Nicola Kruse, Violin
 Thomas Niese, Kontrabass
Thomas Österheld, Bassklarinette
Hannes Wienert, Sopransax, Sheng tonarthamburg.wordpress.com

Stark Bewölkt Gregory Büttner, Computer, Objekte, Lautsprecher
Heiner Metzger, Klarinette
als Gast: John Hughes, Kontrabass

starkbewoelkt.wordpress.com Programm >> klub katarakt 11

klingding radio 18.12.15 • feature: klub katarakt 11 • 22.-0.00 FSK93/101,4mhz, Dab+

klingding radio  Freitag 18.12. 15 • 22 – 0.00  FSK 93,0/101,4 Mhz, DAB+ oder Stream
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feature:  klub katarakt 11

Studiogäste: Ernst BechertJan Feddersen
beide Musiker organisieren und kuratieren klub katarakt 11
Internationales Festival für experimentelle Musik
13. – 16.Januar 2016
Kampnagel, Jarrestraße 20

In diesem Jahr ist der amerikanische Komponist Christian Wolff (1934), Weggefährte von John Cage, als Composer in Residence eingeladen. Sein legendäres Werk „Burdocks“ wird als Wandelkonzert in drei Hallen und in großer Besetzung aufgeführt. Außerdem ist die Weltpremiere eines neuen großen Ensemble-Stücks zu erleben, das er speziell für klub katarakt schreibt.
Aus der jüngeren Komponistengeneration stammt der Hamburger Sascha Lino Lemke, der seine interaktiven Kompositionen in einem Porträtkonzert vorstellt.
Die für ihre exemplarischen Cage- und Feldman-Interpretationen berühmte Pianistin Sabine Liebner konzertiert mit einem Programm, in dem sie Christian Wolffs Musik mit anderen Meilensteinen des 20. und 21. Jahrhunderts kontrastiert.
Die Nachtkonzerte werden von The International Nothing mit ihren fremdartig-suggestiven Klarinettensounds und dem elektroakustischen Duo Diatribes aus Genf gestaltet.

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Hörprozesse – eine Rezension zu CDs von Volker Heyn und Christian Wolff

Hörprozesse.
 „Ich mache keine Objekte, ich mache die Möglichkeit, einen Prozess zu realisieren“ (Ch. Wolff bei der VAMH Präsentation 10.4.08). Ein Hörobjekt mit 17 Tracks erschien 2011 bei der Edition RZ, 2 CDs mit Kompositionen 1950–1972 von Christian Wolff. Fünf davon mehrfach interpretiert von Musikern mit denen Wolff arbeitete: C. Cardew, K. Rowe, F. Rzewski, D. Tudor. Zu Beginn das Duo for Violinist and Pianist (1960 für K.Kobayashi und D. Tudor geschrieben), mit 15:46 der längste Track, verlegt den Komponiervorgang in die Aufführung. Eine Anzahl von Tonhöhen, Artikulationsmöglichkeiten, ein Koordinatensystem, „verklammerte Zeiteinheiten mit Sekundenangaben, gefolgt von Anweisungen, die zahlreiche Momente der Indeterminierung in das Musizieren bringen“: „Der eine Spieler beginnt mit einem Klang und hält ihn so lange, bis er einen zweiten vom anderen Spieler hört (ohne zu wissen, wann dieser ertönen wird)“, oder, der eine Spieler soll nicht aufhören, bevor der andere einsetzt, „während dieser nicht anfangen soll, bevor der andere sein Spiel beendet hat“. For Pianist (1959), reagiert auf D.Tudor, „der ein Stück stets im vorhinein vollkommen ausarbeitete“, mit der Vorgabe von Wegen, „die sich manchmal verzweigen, überschneiden und den Pianisten in labyrinthische Komplikationen verwickeln können“. Zwei Versionen von Frederic Rzewski dynamisch, präsent, als würde er sich selbst bei der Interpretation beobachten um im nächsten Moment energisch einzugreifen. Mit dem vielleicht typischen Zeitgefühl, das sich bei der Interpretation von offenen Partituren einstellt. David Tudor in einer dritten Version zögernd, dann abrupt nah. Ähnlich bei For 1, 2 or 3 People 1964), das seine zwei Aufnahmen von einer Barockorgel auf eine Mono Spur bringt. Eine mit der Tastatur und eine im Innenraum der Orgel produzierte, mit präparierten Ventilen, perkussiv bespielten Pfeifen und Kontaktmikrophonen, die leiseste Klänge verstärken. Authentisch wie eine Patina wirkt hier das gelegentliche Knistern der Schallplattenquelle. Fast behutsam, entfernter die Interpretation des Nelly Boyd Trios 40 Jahre später aus der Christianskirche in Hamburg. Sehr verschieden die beiden Versionen von Edges (1968), einer graphische Partitur, die „gewissermaßen ein Fotonegativ ist, dessen Positiv durch die Aufführung realisiert wird“: das Quintett Gentle Fire schichtet aus elektronischen, instrumentalen und Mischklängen dramatische Bögen, Keith Rowe knispernd, eine Radiostimme, Rauschen – kann das Fenster geöffnet bleiben ?
Volker Heyn begann in den 70er Jahren, mit Mitte Dreißig, „erste Unternehmungen in Komposition“. Mit Sirènes liegt nun die erste CD vor mit 10 Einspielungen seiner Arbeiten, hier vorwiegend für Streicher. K‘TEN für Kontrabass, Violine, Klavier und Perkussion (2005), eine Studie von 4:30 Länge, eröffnet die CD mit einem pulsierenden Lamento, das wenig später zerfasert, die Dialogversuche zwischen Streicher und Perkussion halten sich kurz, verstummen. Zuletzt, wie eine offene Frage, bleibt Stille. Wird gespiegelt in der folgenden „Konstruktion für viermal vier Saiten“, Sirènes für Streichquartett (1983), die, bei dreifacher Länge, einer ähnlichen Dramaturgie folgend sich aus einer „einzigen Tönhöhe“ dreht in ein „Gefühl für … vergehende Zeit … und Gegenläufige Zeit“. „Reine Friktionsmusik, geriebene und gestrichene Metallplatten, mehrspurig geschichtete Zugbremsen“ in den folgenden Préludes zu Ferro Canto, Fragmente #1,#2,#3 (1989) – Tonbandarbeiten, die das Orchesterwerk Ferro Canto ankündigen sollten, dessen Premiere zweimal als „unspielbar“ abgesagt wurde. Im Blues in B-flat (1981) für Violoncello solo wird der „Performer aufgerufen, als ein Erfinder zu agieren was Ton- und Geräuschstrukturen betrifft“. Den einen Ton anstreichen, laut machen, mit starkem Bogendruck die Geräuschanteile hervorheben, Dynamiksprünge: Blah 2 für Violine solo und 7 Violinen vom Zuspielband (1985) variiert diese Formensprache, endet abrupt in einer Pause. Resurrection #1 für Klavier, Kontrabass und Zuspielband (2000), Ross Hazeldine schickte das Zuspielband von der Demolierung einer Stahlskulptur in Menschengestalt mit dem Auftrag, um dessen Klang sechs individuelle Stücke zu komponieren. Les Visages des Enfants für Streichquartett (2004–2004), fängt „die Chemie eines Szenarios“ ein, „die Lügen und die Halblügen“ der Politiker zur Irak-Invasion. Mitgehört während der Komposition an dem „Reservat von Tönen und ready_made Intervallen“ transponierte er die „Auszüge der Radio-Reportage“ in Wiederholungen eines „sparsamen, fein ziselierten“ Materials. Zeitknappheit, wie beim Erstellen eines Graffiti: innerhalb von acht Minuten bearbeitete Blätter werden die graphische Vorlage zur Partitur von Graffiti, Risse für 4 Holzbläser, Klavier und 3 Streicher (1998–1999).
Die CD Beihefte informieren kenntnisreich über beide Komponisten und ihre Werke.
CD Rezension: Christian Wolff Kompositionen 1950 – 1972 ed. RZ 1023-24 2011
Volker Heyn Sirènes ed. RZ 1025 2011
Rezension von Heiner Metzger
eine etwas kürzere Version ist erschienen in Positionen. Texte zur aktuellen Musik,Heft 92, August 2012