FRAPPANT am Strand • Juli 2012 Ostende • Video

FRAPPANT, das große Einkaufszentrum in der Großen Bergstraße in Hamburg Altona, war 2009
nach jahrelangem Leerstand von 140 Künstlerinnen zum Atelier- und Veranstaltungshaus umgewidmet worden.
Wenige Monate nach dem Einzug wurde bekannt, daß Ikea das Gebäude abreißen und an seiner Stelle ein erstes innerstädtisches Verkaufshaus mit Vollsortiment errichten möchte.
Mit Veranstaltungen in der Blinzelbar im Frappant und der KeinIkeaInAltona Initiative organisierten wir den
Widerstand gegen die Ansiedlung Ikeas in Altona und propagierten ein soziokulturelles Zentrum im
Frappant. Leider ohne Erfolg, das Frappant wurde 2012 abgerissen.
Die Blinzelbar war ein polymedialer Projektraum (2005 – 10) von Judith Haman und Heiner Metzger.
Bei einer der letzten Veranstaltungen, am 20. Dezember 2009, wurde das Duokonzert von
John Hughes und Heiner Metzger mitgeschnitten. Der Beginn des Konzerts ist der Soundtrack zu den Videos vom Fliegen des Frappantdrachens am Strand von Ostende.
video/cut: Judith Haman, Heiner Metzger
Musik: John Hughes: contrabass, Heiner Metzger: Alt Saxophon
hierunda.de/blinzelbar.html
keinikeainaltona.wordpress.com
Hamburg 2013

Oberons Asyl  •  drei neue Videos bei Vimeo

Oberons Asyl • drei neue Videos bei Vimeo

Online Radio:“… und Hamburg, was glaubst du noch ?“ • Sa. 30.3.13 • 14 – 17:00  Feature FSK 93,0/101,4 mhz

Online Radio:“… und Hamburg, was glaubst du noch ?“ • Sa. 30.3.13 • 14 – 17:00 Feature FSK 93,0/101,4 mhz

Mitschnitt: Radiosendung • „…und Hamburg, was glaubst du noch?“

Informationen über den 34. Deutschen Evangelischen Kirchentag Hamburg, 1.–5. Mai 2013
und das regionale kirchliche Kulturprogramm unter dem Motto:  “…und Hamburg, was glaubst du?“.

Recherchen über die Evangelische Kirche Deutschlands (EKD): das Verhältnis Kirche – Staat,
die Kirche als Unternehmen, Kirchenfinanzen, „Marke Kirche“, Transparenz in der EKD,
den aktuellen EKD–Leitfaden zum Staat Israel.
Im Interview: Prof. Dr. Rainer Hering über Kirchengeschichte im 20. Jahrhundert.

Playlist • Quellen • Links  >>>

rathausmarkt_201205

klingding • Radiofeatures • 19.4.2013 • 22.-0.00 FSK 93,0

klingding • Radiofeatures • 19.4.2013 • 22.-0.00 FSK 93,0

Freitag 19.4.2013  22.00 – 0.00

Studiogast: Heddy Boubaker

Studiomusik und Interview mit Heddy Boubaker.
Bis vor 2 Jahren improvisierte Heddy Boubaker mit Alt – und Bass Saxophon.
Wechselte dann zu Analogsynthesizer und e-Baß und setzt damit seine Soundrecherchen fort.
Er war am 17.4. bei der Stark Bewölkt Reihe in der Hörbar eingeladen.
Wir sprechen über neuere Musikprojekte, Cds und seine Konzertorganisation in der Nähe von Toulouse.

Davor und danach der blurred edges 2013 Podcast von Gregory Büttner … playlist >>
blurred edges 2013 • Festival für aktuelle Musik • 3.-18. Mai 2013, Hamburg
„Das Hamburger Festival blurred edges eröffnet vom 3. bis 18. Mai 2013 zum achten Mal in Folge den Dialog vielfältiger ästhetischer Positionen aktueller Musik. Mit rund 50 Veranstaltungen agiert das Festival als Plattform des Austausches und der Vernetzung von lokalen sowie internationalen KünstlerInnen, Ensembles und der Öffentlichkeit. Bespielt werden während der 16 Tage 25 sehr unterschiedliche Orte in Hamburg.“

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Freitag 15.3.2013  22.00 – 0.00

Studiogast: Guy Saldanha

Guy Saldanha, Musiker und Macher des Labels KNISTERN wird im Studio
über vier neu veröffentlichte CDRs sprechen:
• CD2 Guy & Gregory • CD3 Saldanha Delle • CD4 Uri Geller
• CD5 Hermann Süß & TonArt String Quartet.

Die CDs erscheinen in einer limitierten Auflage von je 100 Stück, die Collagen auf den Cover sind von Martin Schramm, die Typographie von SFA.

Release Konzerte sind während blurred edges 2013 :
Mittwoch, 8. Mai, Hörbar   Herman Süß & TonArt Streichquartett / Guy & Gregory
Freitag 17. Mai, Komet Uri Geller / Saldanha Delle

Ende der „Schonzeit“ – zum 70. Jahrestag der Pogromnacht 1938 in Hamburg Altona

Ende der „Schonzeit“ – zum 70. Jahrestag der Pogromnacht 1938 in Hamburg Altona

Radiofeature online >>>>
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Ein Text / Radiofeature über die Recherchen von Judith Haman zur Progromnacht 1938 in Hamburg Altona, die Erfahrungen mit Gewerbetreibenden bei der Befragung über die Vorbesitzer der Geschäfte, Lücken in den Unterlagen über die Umeignung der Grundeigentümer an der Grossen Bergstrasse, besonders für die Grosse Bergstrasse 166–180, dort, wo bald der Ikea Klotz stehen soll. Und über die Ablehnung beim Kulturausschuss der Altonaer Bezirksversammlung, die Veranstaltung am 9.11.2008 in der Blinzelbar: „Eine Begegnung zum 70. Jahrestag der Pogromnacht 1938, zur Geschichte und Gegenwart in Altona, Große Bergstraße und anderswo“ als Erweiterung der behördlichen Gedenkfeiern zu unterstützen sowie die Hochsitze als dauerhafte Installation zur Erinnerung an die Pogromnacht 1938 zu erhalten.

als PDF        ———————–

Ende der „Schonzeit“ – zum 70. Jahrestag der Pogromnacht 1938 in Hamburg Altona
Umgebungsrecherchen in der Großen Bergstraße

Die „Kunst“ des Herrschens der Nationalsozialisten, wie sie sich auch in Altona zeigte, offenbarte sich für die Mehrzahl der Deutschen nicht nur in „Nacht- und Nebel-Aktionen“ der Gestapo, sondern vielmehr in dem unheimlichen, jedoch entwaffnend harmlos erscheinenden System der gegenseitigen Überwachung auf Nachbarschaftsebene. Altona war in 32 Ortsgruppen unterteilt, die in Zellen und Blöcke und Hausgruppen gegliedert waren. Der berüchtigte Obersturmbannführer Hubert Richter wohnte in der Großen Bergstraße 130b.
Die Große Bergstraße reichte damals vom Altonaer Bahnhof bis zum Nobistor. Hier war das Zentrum jüdischer Geschäfte in Altona. Die jüdische Gemeinde zählte etwa 2.500 Menschen, am 1.4.1933 kam es zu ersten Boykottaktionen gegen jüdische Geschäfte. Einen Tag nach der Pogromnacht, am 10.11.38 begannen Verhaftungen und Deportationen.

Der 70. Jahrestag der Pogromnacht 1938 war Anlass für historische Recherchen über die Große Bergstraße und für die Veranstaltung eines Rundganges mit Filmen, Bildern und Diskussion in der Blinzelbar, Große Bergstraße 158.

Die Einladung zum 9.11.2008 zeigte den Straßenplan der Großen Bergstraße von 1937 und Texte eines Flugblatts der Weißen Rose. Der Stadtplan und das Adressbuch von 1937/38 waren Grundlage für mich, eine Karte der Großen Bergstraße mit den damaligen Nebenstraßen anzufertigen und darauf die Hausnummern und Namen der Ladenbesitzer nach Unterlagen aus den Archiven einzutragen. Flugblätter der „Weißen Rose“ wurden auch in Altona im Keller von Prof. Dr. Günther Braun gedruckt. Er war Chefarzt für Hautkrankheiten im Altonaer Krankenhaus. Als jüdischer Arzt durfte er nicht mehr praktizieren, musste als „Krankenbehandler“ in seiner Wohnung Schillerstraße 40 arbeiten, bis er und seine Familie deportiert wurden.

Rundgang am 9.11.2008

Der Rundgang begann vom Nobistor kommend Große Bergstraße Nr.39, heute Louise-Schröder-Straße, damals gab es dort Emma Nickels, Fischladen, dann Abraham Katz, Frisiersalon. An den Rabbiner Eduard Duckesz, der in Altona als Lehrer tätig war, ermordet 1944, wird auf dem gegenüberliegenden jüdischen Friedhof erinnert. Drei Gebäude Große Bergstr.18, 20, 22 waren „Judenhäuser“. Hier wurden jüdische Altonaer bis zur Deportation auf engstem Raum untergebracht, denen man die Wohnungen weggenommen hatte; der Rundgang dokumentiert weiter die Wohn und Geschäftsorte von: Samuel Rosentreter, August Steinberg, Fiedlers Strumpfladen, dessen Inhaber Bernhard Rosen im Juli 1938 auswanderte, das Kaufhaus Gustav Nathan, daneben Max Salomon, im Hinterhaus Ehrhorn, Katz, Lorenz, Eichberg, Grünbaum, Nagelberg, dann Tauerschmidt, Sternberg, Bösenberg, Kitzky, Morgenstern, Woll-Meyer, Hirschel, Rosenberg, Freudenberg. Der Rundgang umfasste ca. 40 Hausnummern mit nachweislich jüdischen Bewohnern oder Besitzern. Bei dem Rundgang wurden alle Orte jüdischer Bewohner und Läden mit weißer Farbe auf dem Gehweg gekennzeichnet.

Große Bergstr. 219-223, vor dem ehemaligen Wohnort von Maria und Paul Chrupella, Zeugen Jehovas, wurden vor 2 Jahren die einzigen Stolpersteine in dieser Straße verlegt.

Auf dem Frappant Gelände, Nr.166-180 standen auch nach ‘45 noch einige Stadthäuser, Dokumente über die ehemaligen Besitzer waren nicht aufzufinden. Welche Umeignung hatte hier während der Nazizeit stattgefunden?
Die Häuser wurden in den 70er Jahren abgerissen und das erste Einkaufszentrum Deutschlands, das Frappant gebaut, demnächst steht hier ein Ikea-Klotz, mitten im Wohngebiet.

An der Ecke Große Bergstr. 250/Poststraße war das Cleja-Stift mit kleiner Synagoge und jüdischem Altenstift, es wurde später zum „Judenhaus“ erklärt. Nach 1948 genehmigte die Baubehörde Hamburg Gewerbetreibenden den Teilwiederaufbau; der Eintrag über die Eigentumsverhältnisse im Grundbuch fehlt.

Letzte Station des Rundgangs war Große Bergstr. 266 „Handelshof“, ehemals Amt für Beamte des NSDAP Reichsbund, Stadtkreis Altona und Teil der Gemeindeverwaltung, bis vor 5 Jahren war hier das Altonaer Finanzamt. Auf Anfragen in einigen Läden, wer denn Vorbesitzer des Hauses gewesen sei oder Fragen nach den Eltern, die den Laden übernommen hatten, bekam ich unklare oder recht abweisende Antworten.

Dem Kulturausschuss im Altonaer Rathaus wurden diese Recherchen vorgestellt mit dem Anliegen, die Gedenkveranstaltung des Bezirksamtes zur Pogromnacht mit dem Rundgang auf der Großen Bergstraße zu erweitern. Um sich vor Ort die nachbarschaftlichen Verhältnisse vor Augen zu führen, die es möglich machten, daß sämtliche jüdische Ladenbesitzer und Bewohner vertrieben und deportiert wurden.

Die Fraktionen CDU/SPD/Grüne/GAL entschieden dagegen. Die behördliche Gedenkfeier fand auf dem Platz der Republik statt.

 Ende der „Schonzeit“

Ab Juni 2008 standen zwei Hochsitze auf der Großen Bergstraße vor der Blinzelbar. Die fremdartig und deplatziert wirkende Installation sollte ein Angebot sein, aus einer neuen Perspektive brisante Themen der Umgebung zu diskutieren. Bei den wöchentlichen Kanzelreden auf den Hochsitzen sprachen Anwohner und Vertreter politischer Parteien und Institutionen. Die Hochsitze sollten als Symbole des Rechts auf freie Meinungsäußerung wirken und dazu beitragen, eine Nachbarschaft im demokratischen Sinne herzustellen. Das Projekt „Eine Begegnung zum 70. Jahrestag der Pogromnacht 1938, zur Geschichte und Gegenwart in Altona, Große Bergstraße und anderswo“ sollte den Horizont um eine historische Dimension erweitern. Bei der Veranstaltung am 9.11.08 wurde der Vorschlag formuliert, die Hochsitze als Symbol für die Pogromnacht in Altona zu erhalten. Ein entsprechender Antrag wurde beim Kulturausschuss Altona eingereicht, jedoch nicht öffentlich diskutiert. Am 23.11. kam die Aufforderung, die Hochsitze bis spätestens 31.12.2008 von der Großen Bergstraße zu entfernen.

Die Blinzelbar war von 2005-2010 ein Kunstraum in der Großen Bergstraße 158. Mit dem Begriffsfeld „opakes Displacement“ versuchten wir durch künstlerische Interventionen die Belange im Sanierungsgebiet mit gestalten zu können.

Judith Haman, Heiner Metzger Hamburg, Oktober 2012

Die Radiosendung mit Judith Haman über „Eine Begegnung zum 70. Jahrestag der Pogromnacht 1938, zur Geschichte und Gegenwart in Altona, Große Bergstraße und anderswo“ am 9.11.2011 bei FSK 93,0 ist nachhörbar unter: archive.org/details/DiePogromnacht1938InHamburgAltonaWie2008UndJetztDaranErinnertWird

http://www.hierunda.de/archiv/Blinzelbar2008/Begegnung_Blinzelbar_Pogromnacht_20081109.html

http://www.hierunda.de/archiv/schonzeit/schonzeit-08.html

 

videodoc soundinstallation Susan Philipsz documenta (13)

videodoc soundinstallation Susan Philipsz documenta (13)


ein Video in der akustischen Installation Klangtest von Susan Philipsz bei der dOCUMENTA (13) (9.9.2012)
„Geht man die Bahnsteige … hinunter, nimmt man den fernen Ton von Streichern wahr, der sich langsam zu einer Klanginstallation auf der Grundlage der Studie für Streichorchester(1943) von Pavel Haas verdichtet, …“
>> ein Artikel darüber in der Jüdischen Allgemeine
>> über Susan Philipsz

Ikea wirbt in der Altonaer Kulturkirche – ein Taz Artikel mit Judith Haman • 5.9.12

„WERBUNG IN DER KIRCHE
Das Geld von Ikea
In der Altonaer Kulturkirche ist der neue Ikea-Katalog vorgestellt worden. Eine Künstlerin hält das für unerlaubt: Damit erhalte ein für den Stadtteil hoch problematisches Projekt den göttlichen Segen.“ mehr >> Taz Hamburg

Artikel im Hamburger Ärzteblatt 04 | 2012 „Kolposkopie ohne Menschlichkeit“

im Hamburger Ärzteblatt erschien April 2012 der Artikel von Dr. Jutta HübnerMenschenversuche . Zwei Ärzte und Brüder wollten sich bei der Entwicklung neuer Methoden zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs persönlich profilieren. Dazu führten sie Versuche an Frauen in Auschwitz durch. „
Am Ende des Textes ein Verweis auf die räumliche Inszenierung „wasche meine Hände“ (2011) von Judith Haman im Ärztehaus Hamburg

Kolposkopie_ohne_Menschlichkeit_Hamburger_aerzteblatt_April_2012