klingding radio • „Von der sozialen Irrelevanz improvisierter Musik“ PNW Feature #3 17.1.14 – 22.-0.00 FSK

Freitag 17.1.2014  22.00 – 0.00       FSK 93,0/101,4 mhz + Stream

Ein Mitschnitt der Sendung  ist jetzt auf der klingding website !! 12.2.2014

oder direkt bei archive.org >>

„Also frage ich mich: Wird der Mythos Schönberg den Cecil Taylors überleben oder werden beide verblassen, während Beethoven und Dr.Dre mit der Beute durchbrennen?“
Alvin Curran in Peter Niklas Wilson: „Von der sozialen Irrelevanz improvisierter Musik“

In der ernüchternden Bilanz sprach Peter zwei Kritikpunkte an:
den „Bedeutungsverlust, den Improvisation erleidet, wenn sie von der sozialen Dynamik abgekoppelt wird,
die sie einst in die Welt setzte,
 die „Verkunstung“ von Improvisation,“ … und „das manifeste Epigonentum,
das in frei improvisierter Musik keineswegs seltener ist als in anderen künstlerischen Disziplinen.“

Vorgetragen wurde der Text von Peter N.Wilson beim 7. Jazzforum im Herbst 2001 in Darmstadt.
„Peter Niklas Wilson nähert sich – von anderer Seite – jenem Phänomen,
dass da offenbar eine Lücke klafft zwischen dem Selbstverständnis des improvisierenden Musikers und seiner öffentlichen Wahrnehmung“ 
schreibt Wolfram Knauer im Vorwort unter der Überschrift
„Jazz im kulturellen Zwiespalt“

Konkret wurde ein anderer Zwiespalt wenig später in Hamburg:
Anfang 2002 „ist der dem experimentellen Jazz zugeneigte Musikerverein
TonArt aus dem Dachverband Jazzbüro rausgeflogen. …
Als Beweis wurde der offene Brief Peter Niklas Wilsons von TonArt herangezogen, von dem sich die restlichen TonArt-Mitglieder nicht distanzieren wollten.“ 
Ein Grund für den „möglichst reibungslosen Übergang des Jazzbüros …
war der Druck der Kulturbehörde.“ 
(taz Hamburg 22.2.2002)

Themen wie ist „Jazz improvisierte Musik oder kann improvisierte Musik Jazz sein“
verdunkelten eine kulturpolitische Agenda, die da lautet:
Gelobt sei, was dem Standort dient und sich brav in der Prekarität einrichtet.

Und nun: das Festival blurred edges (2.– 17.5.14) bekommt für jeden Besucher ein Budget von ca. 12% dessen, was ein Abonnentensessel pro Abend die durchfinanzierte Hamburger Staatsoper kostet. Dafür finden die Konzerte in den kleinsten Konzerträumen in ganz Hamburg statt und eingeladene Musiker bekommen etwas mehr als door money.

In der Sendung: Lesung des Textes „Von der sozialen Irrelevanz improvisierter Musik“

mit Judith Haman

dazwischen: Tracks von John Tchicai, Ornette Coleman, Albert Ayler, u.a.

• “Von der sozialen Irrelevanz improvisierter Musik” in
Wolfgang Knauer(Hg.): Jazz und Gesellschaft. Hofheim. Wolke 2002

klingding | sendung für aktuelle musik
jeden 3. Freitag im Monat bei FSK 93,0/101,4mhz
Moderation: Heiner Metzger
Mitschnitte und Programminfos: http://www.hierunda.de/klingding.html

Über hierunda

Judith Haman, Bildende Künstlerin, lebt in Hamburg Heiner Metzger, Musiker, lebt in Hamburg

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: